• Mittelschule 2021-2022

          • Besuch im Konzentrationslager Dachau

          • Im Rahmen des Geschichtsunterrichts fuhren die Klassen 8cM und 8dM der Grund- und Mittelschule Hirschaid am 17. Mai 2022 ins Konzentrationslager Dachau. Dort erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die Geschichte des Lagers und vor allem in das Leben der dort inhaftierten Menschen. Die Führung war über das Effner Gymnasium organisiert worden.

            Einige der Informationen möchten wir weitergeben:

            Bereits 1933 – kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten - wurde das KZ auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik errichtet. Es handelte sich um ein reines Männerlager. Inhaftiert waren zunächst hauptsächlich politisch Andersdenkende, Menschen, die nicht in das Menschenbild der Nazis passten oder sich gegen deren Ideologie wandten, wie z. B. SPD- und KPD-Politiker, Homosexuelle, Menschen, die keine Arbeit ausüben konnten, Zeugen Jehovas, Sinti, Roma und Juden. Keiner wusste, wie lange er eingesperrt sein würde. Insgesamt waren von 1933 bis 1945 circa 200 000 Menschen interniert, circa 41 500 davon kamen zu Tode. Viele starben aufgrund von Folter und Grausamkeiten der SS oder an den Folgen der schweren Arbeit und der Mangelernährung oder an Krankheiten.

            Wer am Bahnhof in Dachau ankam, bekam sofort zu spüren, dass er von nun an keine Rechte mehr hatte. Mit Schlägen, Beschimpfungen und Demütigungen wurden die Männer ins Lager getrieben.

            Nach der Ankunft im Lager – jeder musste das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ passieren – begann die Aufnahmeprozedur: Jeder wurde registriert und in den Büchern verzeichnet. Deshalb kann man auch heute noch nachprüfen, wer im Lager inhaftiert war. Anschließend musste der Gefangene alle persönlichen Gegenstände abgeben und sich vollständig entkleiden. Sodann wurden ihm alle Haare abrasiert und er wurde gemeinsam mit den anderen Ankommenden zum Duschen und ins Desinfektionsbad geschickt. Ab hier gab es keine Privatsphäre mehr. Jeder bekam Häftlingskleidung und Schuhe. Oft passten diese nicht, was für die Betroffenen schlimme Folgen haben konnte, wie z. B. bei zu kleinen Schuhen. Jeder Gefangene war von nun an nur noch eine Nummer, die er auf seine Kleidung nähen musste. Zudem bekam jeder ein Stoffdreieck, auf dem für die Aufseher klar zu erkennen war, um welche Art von Gefangenen es sich handelte.

            Untergebracht waren die Häftlinge in Gemeinschaftsbaracken, viele Menschen mussten eng auf Strohsäcken schlafen. Krankheiten konnten sich schnell ausbreiten, eine medizinische Versorgung gab es nicht. Wer nicht mehr einsatzfähig war, wurde entweder in ein anderes Lager verlegt, meist in ein Todeslager oder er wurde gleich mit einem Schuss in den Rücken ermordet. Das sollte dann beweisen, dass der Verstorbene auf der Flucht erschossen worden war. In jeder Baracke gab es in einem Gemeinschaftsraum acht Toiletten ohne Abtrennung und zwei große Waschbecken. Die Häftlinge waren dort ständig der Willkür der Aufseher ausgesetzt.

            Schon bei kleinen „Vergehen“, wie z. B. einem nicht ordentlich gemachten Bett, wurden die Menschen hart bestraft: So mussten sie sich beispielsweise auf einen Bock legen und wurden mit Stöcken geschlagen. Oder sie wurden in kleinen Einzelstehzellen über Stunden eingesperrt und mussten dann zur Bewegung den davor liegenden Gang auf allen Vieren entlanglaufen und bellen. Demütigungen dieser Art waren an der Tagesordnung.

             Der Tagesablauf war streng geregelt:

            Um 4 Uhr morgens wurde geweckt. Dann mussten die Betten gemacht werden. Nach dem morgendlichen Waschen hatten alle geordnet zum Zählappell um 5:15 Uhr auf dem Appellplatz anzutreten. Dabei mussten auch all jene, die in der Nacht verstorben waren, mitgebracht werden. Von 6 bis 18:30 Uhr mussten die Häftlinge Schwerstarbeit leisten. Um 19 Uhr war wieder Zählappell, der ungefähr eine Stunde dauerte. Ab 21 Uhr hatte in den Baracken absolute Ruhe zu herrschen.

            In Dachau wurde auch ein Gebäude für die Vergasung von Menschen gebaut. Die Tötung durch Zyklon B wurde hier an sieben Häftlingen zu Probezwecken durchgeführt. Ansonsten kam die Gaskammer nicht zum Einsatz. In der Anfangszeit des KZ wurden die Toten nach München zum Verbrennen gebracht. Da die Kosten für die explosionsartig zunehmenden Bestattungen zu hoch wurden, entschied man sich für das Verbrennen der Verstorbenen auf dem KZ-Gelände. In den Verbrennungsöfen im Krematorium wurden teilweise fünf Leichen aufeinander verbrannt, um Heizmaterial zu sparen. Die Asche wurde dann einfach in eine Grube neben dem Krematorium oder in den angrenzenden Wald gekippt. Heute sind diese Orte zu würdigen Gedenkorten umgestaltet.

            Ab 1948 diente das Lager als Auffanglager für Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses wurde auf diese Weise bis 1962 genutzt. Erst am 9. Mai 1965 wurde das Gelände als KZ-Gedenkstätte Dachau mit einer neuen Dokumentarausstellung eröffnet.

            Die Jugendlichen zeigten sich betroffen von der unmenschlichen und unwürdigen Behandlung der im KZ Dachau internierten Menschen. Ihr Wunsch ist, dass sich solche Gräueltaten nicht mehr wiederholen.

            Silvia Kauffer, Claudia Hennemann, Klassenleitungen

                  

             

             

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