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Unsere Übergangsklasse an der Mittelschule

Das Projekt "ZIE=LE"

„Zusammen Integration erreichen ist Leben“

Die Übergangsklasse als gebundene Ganztagesklasse an der Mittelschule Hirschaid

Diese Projekt wird aus Mitteln des EU-Sozialfonds mitfinanziert.

 

 

 

 

 

1.            Die Ausgangssituation

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation an vielen Schulen hinsichtlich Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund stark verändert. Die Zielgruppe unterteilt sich grob in:  

  •  unbegleitete Flüchtlinge
  •  Kinder, die gemeinsam mit Ihren Familien geflohen sind
  •  Schülerinnen und Schülern, die mit Familien aus dem EU-Ausland nach Deutschland kommen

Die Ausgangslage der Schülerinnen und Schüler (SuS) ist sehr heterogen. Es gibt große Unterschiede in den Bereichen Sprachkenntnis, bisheriger Schulbesuch, Allgemeinwissen und nicht zuletzt kulturelle Verschiedenheiten.

2.            Die bisherige Vorgehensweise

Die Schülerinnen und Schüler wurden bis dato bestehenden Klassen zugeordnet. Ausschlaggebend für die Zuordnung waren Alter, bisherige Schullaufbahn, Kenntnisstand…

Hier kam es vor allem im letzten Schuljahr häufiger zu Problemen. Oftmals war eine sinnvolle Zuordnung der Schülerinnen und Schüler nicht möglich, da etwa für die Beschulung in ihrer Altersklasse schulische oder sprachliche Vorkenntnisse nicht gegeben waren. Dies erschwert es dem Regelunterricht einer Klasse zu folgen oder aber es bedeutet, dass ein Schüler in einer Klasse zugeordnet ist, deren Altersdurchschnitt drei oder mehr Jahre unter dem eigenen liegt.  

In Folge der oben geschilderten Ausgangssituation wurde im laufenden vergangen Schuljahr die DAZ-Stunden aus dem schuleigenen Stundendeputat erhöht. Schülerinnen und Schüler wurden stundenweise aus dem Klassenunterricht herausgelöst um DAZ-Unterricht zu erhalten. 

3.            Die auftretenden Probleme in Stichpunkten:

  • weniger Fördermöglichkeiten für das ursprüngliche Förderstunden-Klientel
  • Fehlen im Regelunterricht der eigenen Klasse  
  • langsame Fortschritte beim Spracherwerb oder der Verbesserung – wenig Zeit für „verweilendes Lernen“
  • Lehrer in der Regelklasse hat wenig Möglichkeit auf Migrantenkinder einzugehen, wenig Differenzierungsmöglichkeiten
  • SuS „laufen nebenher“; fühlen sich wie „fünftes Rad am Wagen“ – sind oft wenig integriert in Klassengemeinschaft
  • Altersunterschiede in den Klassen

 

4.            Die Übergangsklasse in Form einer gebundenen Ganztagesklasse (GÜ-Klasse)

Für das Schuljahr 2017/2018 wurde eine GÜ-Klasse installiert.

Eine Übergangsklasse verfolgt eines der beiden folgenden Ziele:

  • SuS innerhalb eines Jahres befähigen in die nächst höhere Jahrgangsstufe der Regelklasse zu gelangen
  • den theorieentlasteten Mittelschulabschluss zu erreichen

 

Die Vorteile der gebundenen Ganztagesklasse sind dabei:

  • SuS verbringen den gesamten Schultage miteinander (einschließlich Mittagessen)
  • gute Strukturierungsmöglichkeiten (Rhythmisierung Unterricht, Freiarbeit, Differenzierungsstunden, Freizeitgestaltung, Unternehmungen, verweilendes Lernen…)  
  • Hausaufgaben werden in der Schule erledigt
  • hoher Personaleinsatz (Stunden im Budget) = Differenzierungsmöglichkeiten

 

Weitere Vorteile der GÜ-Klasse:

  • geringe Klassenstärke
  • entstehen einer Klassengemeinschaft, trotz heterogener Herkunft, Altersunterschied ect. durch gemeinsames Ziele, innere Differenzierung usw.
  • Unterstützung durch Sozialpädagogen/in
  • der Unterricht kann großenteils anders als herkömmlich organisiert werden (Lernfeldunterricht statt Fachunterricht) à natürliche Sprech- und Lernanlässe
  • es können gemeinsame Unternehmungen gemacht werden, die das „begreifende“ Lernen unterstützen und natürliche Sprechanlässe bieten (z.B. Thema geteiltes Deutschland à Besuch „Little Berlin“ – Mödlareuth…)

 

5.            Das erste Jahr

Oktober 2017

Aktuell befinden sich 13 SchülerInnen (7w, 6m), zwischen der 5ten und 9ten Jahrgangsstufe in der GÜ-Klasse. Sie werden in 21 Wochenstunden gemeinsam unterrichtet (Freiarbeit oder Lernfeld), in den restlichen Stunden wird auf verschiedene Weise differenziert – zum Teil weil sich die Stundentafeln in den Jahrgangsstufen unterscheiden, in anderen Bereichen sind die Inhalte der Jahrgangsstufen sehr unterschiedlich (z.B. Mathe 5. Jgst. vs. 9. Jgst.).   

Aktualisierung März 2018

Mittlerweile sind in der Klasse 19 Schülerinnen und Schüler...

Der Lernfeldunterricht richtet sich nach einem Jahresplan, der sich thematisch an Feiertagen, Jahreszeiten, Lebensbedingungen und -bedürfnissen der SuS orientiert:

Aktualisierung Ende Schuljahr 2017/2018

Die Klasse wuchs durch Zuzüge und Zuweisungen von anderen Schulen bis auf zwischenzeitlich 21 Schülerinnen und Schüler an. Immer wieder gelang es jedoch Kinder in Regelklassen zu versetzten, wenn die Deutschkenntnisse ausreichten und eine problemlose Beschulung dort wahrscheinlich erschien. 

Zum Schuljahresende verlassen uns zwei Schüler, weil sie ihren Mittelschulabschluss in der Ü-Klasse absoviert haben. Sechs weitere Schülerinnen und Schüler werden ab dem Schuljahr 2018/2019 Regl- oder Ganztagesklassen besuchen. 

 

Hier kommen/kamen die SchülerInnen her:

  • Kroatien
  • Afghanistan
  • Ungarn
  • Rumänien
  • Uganda
  • Polen
  • Bosnien
  • Kasachstan
  • Irak
  • Iran
  • Russland
  • Dominikanische Republik

 

Highlights und Aktionen der Ü-Klasse im Schuljahr 2017/2018

Die Schülerzahl von anfangs 13 Schülerinnen und Schülern in der Ü-Klasse ist im Laufe des Halbjahres deutlich angestiegen. Mittlerweile sind 19 Schülerinnen und Schüler in der Klasse.
Die Klasse hat im Laufe des ersten Halbjahres viel gemeinsam erlebt. Neben dem Lernen in der Schule, wurden zahlreiche Schulausflüge und Projekte unternommen, welche als Sprechanlässe dienten und die Klasse zusammenschweißte:

 

 

Klassenfahrt nach Mödlareuth:
Den Tag der Deutschen Einheit wurde zum Anlass genommen, die Nachkriegszeit in Deutschland zu thematisieren. Um die Inhalte nicht nur theoretisch im Unterricht zu besprechen, wurde ein Ausflug nach Mödlareuth, ein Grenzmuseum, auch „Little Berlin“ genannt, organisiert. Mitten durch das Dorf Mödlareuth verlief die innerdeutsche Grenze entlang des Tannbachs.

 

Soziales Kompetenz- und Kooperationstraining mit Patrick Gensel:
(finanziert vom SkF Bamberg e.V. – Jugendmigrationsdienst)
Durch die sehr heterogene Ausgangslage der Schülerinnen und Schüler und den damit einhergehenden großen Unterschieden in den Bereichen Sprachkenntnis, bisheriger Schulbesuch, Allgemeinwissen und kulturellen Verschiedenheiten ist es von besonderer Bedeutung die Klassengemeinschaft zu stärken. Besonders die Altersunterschiede und kulturelle Vielfalt ist eine große Herausforderung für ein harmonisches Miteinander, weshalb ein soziales Kompetenz- und Kooperationstraining zur Verbesserung des Klassenklimas über mehrere Wochen stattgefunden hat. Bestandteile waren unteranderem Kooperationsspiele, Gruppenarbeiten oder kooperative Sportangebote wie beispielsweise Klettern um gegenseitiges Vertrauen zu fördern.

 

Ausflug nach Bamberg:
Zur Weihnachtszeit hat die Ü-Klasse gemeinsam einen Ausflug nach Bamberg unternommen. Die Schülerinnen und Schüler haben Bamberg durch eine Stadtführung besser kennen gelernt und den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt erleben könne

Krippenspiel mit internationalem Akzent
Zur Weihnachtszeit haben die Schülerinnen und Schüler ein Krippenspiel mit viel Eifer eingeübt. Die Requisiten wurden dafür selbst gebastelt und nach langer Übung ein Video für die Klasse erstellt. Die unterschiedlichen Akzente verliehen dem Krippenspiel einen besonderen internationalen Charme.

Internationales Kochen
Seit Jahresbeginn 2018 kocht die Ü-Klasse jeden Mittwoch gemeinsam ihr eigenes Mittagessen in der Schulküche. Die Schülerinnen und Schüler stimmen vorweg ab was gekocht werden soll und bereiten die Gerichte schließlich mit viel Leidenschaft miteinander zu. Die leckeren Speisen werden anschließend zusammen gegessen und gelegentlich bekommen wir auch Gäste, die von uns reichlich bekocht werden. Die Rezepte werden von den Schülerinnen und Schülern außerdem am Computer verschriftlich damit nach und nach ein internationales Kochbuch entstehen kann.

 

 

 

 

 

 

Faschingsfeier mit der OGS
Vor den Faschingsferien veranstalteten die Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsschule gemeinsam mit der Übergangsklasse eine Faschingsfeier. Bei coolen Hits wurden die Spiele „Zeitungsrutschen“, „Schaumkuss-Wettessen“ und „Reise nach Jerusalem“ mit viel Spaß und Lachen gespielt.

 

 

Schlittschuhlaufen in Kulmbach
Zur eisigen Winterzeit hat die Ü-Klasse am Wintersporttag der Schule teilgenommen. Mit viel Spaß und sportlichem Einsatz sind die Schülerinnen und Schüler Schlittschuhlaufen im Eisstadion in Kulmbach gewesen.

 

 

 

Weitere Aktionen:

   Gulaschkochen für´s Schulfest

 

 

 

 

 

Besuch beim Bürgermeister im Rathaus

Der Bürgermeister kommt in unsere Klasse und wird mit Köstlichkeiten aus allen unseren Ländern begrüßt

Cajon-Bau

Teilnahme am Zirkusprojekt

  •  Der Fränkische Tag bei uns in der Schulküche

 

  •  Auftritt bei der Entlassfeier vor 500 Menschen

 

  • Auftritt im Rathaus bei der Eröffnung der Ausstellung "Fair Trade"

 

  • Schulhausübernachtung vor dem Zeugnistag

 

  • Zwei Schüler aus der Ü9 bestehen den Mittelschulabschluss

   

Kontakt

  • Grund- und Mittelschule Hirschaid
    Alleestraße 1
    96114 Hirschaid

    info@gms-hirschaid.de
  • 09543 850414